Karriereende von ÖWK-Athletin Bettina Schöpf PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Schöpf Michael   
Montag, den 08. März 2010 um 12:20 Uhr

ÖWK-Präsident (1. v.l.) bedankt sich bei Bettina Schöpf für ihre Verdienste um den österreichischen Klettersport! Foto: Zangerl, TTVergangenen Freitag, 05.03.2009 ludt ÖWK-Athletin Bettina Schöpf gemeinsam mit ihrem Lebenspartner und persönlichen Betreuer Roland Greinig zahlreiche Medienvertreter, Sponsoren und Vertreter des Österreichischen Wettkletterverbandes in die Kletterhalle Imst ein. Grund des Zusammentreffens war die Bekanntgabe des Karriereendes von Bettina Schöpf.

 

"Aufgrund immer wieder kehrender Verletzungen habe ich mich zum Rücktritt vom Leistungssport entschieden, da ein Hochleistungstraining ohne gesundheitlichen Einschränkungen einfach nicht mehr geht!" sprach Bettina im Rahmen der PK.

 

 

Bettina Schöpf - Wegbereiterin des Sportkletterns in ÖsterreichBettina Schöpf beim Masters in Shanghai im Frühjahr 2009

Vor knapp 20 Jahren begann an der Hauptschule Imst-Unterstadt eine der beeindruckendsten Karrieren im Österreichischen Klettersport. Unter der Leitung von Mike Gabl wurde Bettina erstmals an die Sportart Klettern herangeführt.  Gemeinsam mit dem leider viel zu früh verstorbenen Kletterpionier Reinhard Schiestl legte Mike Gabl den Grundstein für die erfolgreiche Kletterkarriere der gebürtigen Karrösterin.

 

1994 qualifizierte sich Bettina erstmals für einen großen internationalen Bewerb - die Jugendweltmeisterschaften in Leipzig - bei der sie schlussendlich den 17. Rang belegte. In den nächsten Jahren folgten zahlreiche nationale (mehrfache Tiroler und 10-fache Österreichische Meisterin) und internationale Spitzenergebnisse.

 

Auszug aus den Highlights aus Bettinas Sportkletterkarriere

 

Erste österreichische Juniorenweltmeisterin in der Geschichte des Klettersports

Im Jahr 1997 schrieb Bettina Schöpf österreichische Klettergeschichte. Bei der erstmals in Österreich durchgeführten Jugendweltmeisterschaft sorgte Bettina Schöpf für einen Paukenschlag und holte als erster Athlet überhaupt einen Juniorenweltmeistertitel für Österreich.  Ein Jahr später gelang ihr bei der Jugendweltmeisterschaft in Moskau das Kunststück, den WM-Titel erfolgreich zu verteidigen.

 

"Bettina war Pionierin und Wegbereiterin des Leistungsklettern in Österreich. 1997 als erstmals eine Jugend-WM in Österreich (Imst) stattfand war ungefähr die Zeit als sich in Österreich die ersten unabhängigen Landesverbände im Sportklettern gründeten. Mit ihren Leistungen damals war sie die erste große Leistungsträgerin im Österreichischen Klettersport und somit Vorbild für viele der heute so erfolgreichen Österreichischen Kletterstars. Bettinas Erfolge waren die Initialzündung für die rot-weiß-rote Klettererfolgsgeschichte der vergangenen Jahre!" resümierte ÖWK-Präsident Dr. Eugen Burtscher, der sich im Rahmen der PK persönlich für ihre Leistungen und ihr Engagement für den Verband bedankte.

 

Erste Österreicherin auf einem Podestplatz im Weltcup

Sechs Jahre nachdem Bettina Schöpf als erste Österreicherin einen Junioren WM-Titel holte, setzte sie erneut Maßstäbe im österreichischen Sportklettergeschehen. Im Juni 2003 kletterte Bettina Schöpf als erste Österreicherin überhaupt bei einem Weltcup auf das Stockerl. Im italienischen Lecco, wo sie im Jahr zuvor den 4. Platz belegte, schaffte sie den 3. Rang.

 

Erste österreichische Europameisterin im Sportklettern

Das Jahr 2004 war das Jahr der Bettina Schöpf. Bei den Österreichischen Staatsmeisterschaften sicherte sie sich souverän den Titel, sorgte mit Platz 2 beim Heim-Weltcup in Imst für den ersten Österreichischen Doppelsieg bei einem Weltcup (Siegerin Angela Eiter) und fuhr mit mehreren Top-Ten-Platzierungen im Weltcup in Topform zur Europameisterschaft nach Lecco (ITA).

 

In Lecco gelang es Schöpf erneut neue Maßstäbe im österreichischen Klettersport zu setzen! Sie stieß mit dem Sieg bei der Europameisterschaft in eine Dimension im Sportklettern vor, die kein österreichischer Kletterer je vorher erreichte, weder bei den Damen noch bei den Herren. "Ich fuhr damals bereits mit einem tollen Gefühl zur EM nach Lecco, denn dort konnte ich im Jahr 2003 meinen ersten Stockerlplatz belegen. Die Wand lag mir einfach, es war sozusagen meine Lieblingswand!" erinnert sich Bettina gern an die Stätte ihres größten Triumpfs zurück. Dieser Titel war sozusagen die Initialzündung für das Österreichische Team, das in den darauffolgenden Jahren mehrere EM- und WM-Titel in der allgemeinen Klasse (Eiter, Stöhr, Lama, Ernst) sowie Medaillen am laufenden Band für den Österreichischen Wettkletterverband gewann.

 

 

 Vom Verletzungspech verfolgt

 Auf sportliche Glanzleistungen folgten leider immer wieder langwierige Verletzungen. Im Jahr 2005, dem Jahr nach dem Gewinn des Europameistertitels, konnte Bettina verletzungsbedingt an keinem Bewerb teilnehmen. 2006 nahm Schöpf nur an nationalen Bewerben teil. 2007 erfolgte der erneute Einstieg in den Weltcup. Nach einem sehr guten Aufbautraining im Winter 2007/2008 schaffte Bettina im Jahr 2008 erstmals wieder den Sprung in ein Weltcup-Finale. In Chamonix belegte sie den 7. Platz und beim Weltcup in Bern den sehr guten 6. Platz. Im Jahr 2009 konnte Bettina mit dem 10. Rang bei der Weltmeisterschaft in Xining (CHN) nocheinmal unter Beweis stellen, dass sie nach wie vor zur erweiterten Weltspitze im Sportklettern zählt.

Mehr als 15 Jahre Leistungssport gingen jedoch nicht spurlos an der sympathischen Tirolerin vorbei. Körperliche Überbelastungen bereiteten ihr kontinuierlich Schmerzen und machten das Training immer mehr zur Qual. "Gute Trainingseinheiten waren nicht mehr durchführbar und somit kam die Entscheidung: 15 Jahre Leistungssport - das ist genug. Auch wenn der Kopf will, mein Körper sagt mir etwas anderes!" erklärte Bettina Schöpf wehmütig mit Blick auf die Heimeuropameisterschaften 2010 in Imst und Innsbruck.

 

 

Karriere nach der Karriere

Bettina Schöpf war neben dem Leistungsklettern auch stets ihre berufliche Ausbildung sehr wichtig. Sie absolvierte die Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik in Zams und legte dort 1999 die Reifeprüfung ab. Gleich anschließend begann Bettina mit dem Studium der Pädagogik in Innsbruck, welches sie auch erfolgreich abschließen konnte. Im Jahr 2008 absolvierte sie weiters erfolgreich die Ausbidlung zur staatl. geprüften Klettertrainerin an der Bundessportakademie in Innsbruck.

 

Ihre langjährige Erfahrung im Klettersport, Lehren und Unterichten ist der Grundstein für ihre Karriere nach der Karriere. Bettina Schöpf widmet sich absofort ihrer eigenen Kletterschule "inout - Kletterschule Bettina Schöpf". In Kooperation mit der Kletterhalle Imst und dem ÖAV Imst-Oberland wird Bettina Schöpf ihre langjährige Erfahrung und ihr Wissen im Sportklettern in der Nachwuchsarbeit des Vereins einbringen und somit auch weiterhin einen wichtigen Beitrag zum Sportklettergeschehen in Österreich leisten.

 

größte sportliche Erfolge:

  • Europameisterin im Vorstieg, 2004 - Lecco (ITA)
  • Juniorenweltmeisterin im Vorstieg, 1997 - Imst (AUT), 1998 - Moskau (RUS)
  • 2. Platz Weltcup im Vorstieg, 2004 - Imst (AUT) ,  2004 - Aprica (ITA)
  • 10-fache Österreichische Staatsmeisterin

hier geht´s zu den Details...

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 08. März 2010 um 15:34 Uhr
 

www.euro-2010.at

die offizielle EM-Homepage ist absofort online unter www.euro-2010.at!   300 Athleten aus 30 ...

ÖWK intern



Copyright © 2010 Oesterreichischer Wettkletterverband. Alle Rechte vorbehalten.
Joomla! ist freie, unter der GNU/GPL-Lizenz veröffentlichte Software.