Jugendweltmeisterin Kathi Posch im Portrait! PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Schöpf Michael   
Montag, den 16. November 2009 um 11:16 Uhr

Katharina Posch - Jugendweltmeisterin 2009!Jugend-Weltmeisterin Katharina Posch erzählt über ihren Kletter-Lebenslauf und die Lebensaufgaben, die das Klettern an sie stellt. 

 

ÖWK: Fangen wir mal ganz von vorne an, mit welchem Alter hast du denn zu klettern begonnen?

Katharina Posch: So mit vier oder fünf Jahren hat mich mal eine Freundin gefragt, ob ich nicht zusammen mit ihr mal klettern ausprobieren will. Wir haben an einer Schulwand im Außerfern die ersten Kletterversuche gemacht und mir hats eigentlich gleichmal ganz gut gefallen. Damals bin ich so zweimal die Woche klettern gegangen.

 

ÖWK: Zu welchem Zeitpunkt hast du dich dann für das Wettkampfklettern interessiert?

K P: Einer unserer Trainer hat mich gefragt, ob ich nicht bei einem Bewerb mitmachen will. Allerdings ist dieser erste Bewerb nicht so toll gelaufen. Es gab keine Altersklassen und so musste ich zusammen mit den Jungs bis zu zehn Jahren in einer Klasse klettern. Trotzdem wollte ich es wieder probieren und die nächsten Male hat es auch schon ganz gut geklappt.

 

DÖWK: u besuchst ja auch das Sport-BORG in Innsbruck. Vermutlich siehst du auch viele andere Sportarten, mit denen man schneller oder später auch  zu mehr Erfolg kommen kann, warum hast du dich fürs Klettern entschieden?

K P: Ich hab früher schon viele andere Sportarten ausprobiert. Aber Laufen war zum Beispiel gar nicht Meines. Aber ich bin gerne Skigefahren und hab auch Fußball gespielt. Allerdings war ich immer etwas zu zierlich und zu klein und die schwereren, stärkeren Kinder haben sich meist leichter getan, obwohl ich die bessere Technik gehabt hätte. Beim Klettern war es anders, da hat mir die Technik eigentlich immer weitergeholfen. 

 

ÖWK: Was bedeutet Klettern für dich? Ist es nur Sport oder eine Lebenseinstellung?

K P: Für mich ist es ganz klar eine Lebenseinstellung oder sogar Lebensaufgabe. Draußen wie in der Halle, es geht immer wieder darum die richtige Linie zu finden.

 

ÖWK: Welchen Stellenwert hat für dich Klettern am Fels. Ist es mit Wettkampfklettern zu vergleichen oder ist es ganz etwas anderes?

K P: Momentan macht mir das Klettern in der Halle mehr Spaß. Ich bin schon gerne auch am Felsen unterwegs, aber in der Halle kann ich einfach besser trainieren. Draußen ist es schwieriger eine Route zu finden, die sich als Trainingsroute gut eignet, in der man gut und zügig klettern kann. Aber Fels-Klettern ist vor allem für den Kopf gut, um etwas zur Ruhe zu kommen. Aber ich denke das Klettern hat sich schon verändert. Wir haben es in der Halle kennen gelernt, das macht schon etwas aus.

 

Jugendweltmeisterin Katharina Posch!ÖWK: Du bist in diesem Jahr Weltmeisterin in der Klasse Jugend B geworden, warst du selbst überrascht über den Erfolg?

K P: Nicht wirklich überrascht. Ich habe schon gewusst, dass ich vorne mitklettern kann, wenn ich es schaffe alles abzurufen. Das sieht man auch schon im Training. Du weißt eben nur nicht, ob es dann am entscheidenden Tag auch klappt. Es spielen einfach sehr viele Dinge mit. Zum Beispiel im vergangenen Jahr bei der WM in Sydney bin ich abgerutscht und nur 13. geworden. Das passiert halt auch mal. Aber dafür hab ich den Gesamtsieg im Jugendeuropacup geholt. 

 

 

 

ÖWK: Wie sieht dein Trainingsalltag aus?

Ich trainiere an fünf Tagen die Woche und dabei habe ich von der Schule aus zweimal Frühtraining. Mein Haupttrainer ist Reini Scherer. Aber ich trainiere auch in Imst. Und natürlich auch mit dem Rupi (Anm.: Rupert Messner), der ist unser Jugend-Nationalteamcoach. 

 

ÖWK: Jugend B weiblich ist in Österreich eine der stärkst besetzten Altersklassen. Ist bei euch der Konkurrenzgedanke dadurch schon etwas höher?

K P: Ich glaube schon, dass der Konkurrenzgedanke bei uns höher ist. Es ist einfach auch die Dichte an starken Kletterern höher. Aber man spürt das aber auch international. Nationen wie Frankreich rücken immer näher an uns ran, und ich denke, dass die auch im nächsten Jahr wieder einen großen Sprung nach vorne machen werden. Auch die anderen Nationen wie Italien und Deutschland sind vor allem im Jugendbereich stark im Kommen.

 

ÖWK: Was machst du neben dem Klettern gern, was sind deine Hobbys?

K P: Eigentlich bin ich gerne faul muss ich gestehen. Wenn ich mal die Zeit dafür hab. Das Training nimmt viel Zeit weg und dann ist da natürlich auch noch die Schule. Wenn man viel fehlt, muss man halt auch viel nachholen. Aber wenn sich’s mal ausgeht gehe ich zum Beispiel gerne auch ins Kino.  

 

ÖWK: Mit 15 Jahren schon so viel auf Reisen, sei es beim Jugendeuropacup oder Jugend-Weltmeisterschaften, wie gefällt dir das?

K P: Das Reisen ist manchmal schon ganz schön anstrengend. Wie der lange Flug zur WM nach Sydney. Aber es hat aber natürlich auch was tolles, wie können uns viel ansehen und mal am anderen Ende der Welt shoppen gehen.

 

ÖWK: Was denkst du, wie deine Zukunft aussehen könnte? Was wünschst du dir?

K P: Ich glaube schon, dass ich das Zeug dazu hätte richtig gut zu werden. Und mein Wunsch wäre es natürlich irgendwann mit dem Klettern mein Geld zu verdienen. Natürlich geht das nur,  wenn die Preisgelder höher werden, oder wenn man sich gute Sponsoren für einen interessieren.


ÖWK: Hast du auch bestimmte Vorbilder?
K P: Ich finde das was Angy (Anm.: Angela Eiter) besonders im letzten Jahr geleistet hat schon sehr bewundernswert. Nach dieser schweren Verletzung so ein Comeback hinzulegen,… Außerdem ist sie schon so lange ganze vorne dabei, das würde ich natürlich auch gerne schaffen.

 

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 16. November 2009 um 11:25 Uhr
 

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